Die Entwicklung der empirischen Sozialforschung ist von der Entwicklung geeigneter Auswahlverfahren nicht zu trennen. Erst durch Auswahlen wird es in der Praxis möglich, empiri- sche Aussagen über größere Gesamtheiten zu treffen. Ob sol- che empirischen Aussagen der sozialen Wirklichkeit angemes- sen sind, hängt zu einem nicht geringen Teil davon ab, inwie- weit die angewandten Auswahlverfahren den theoretischen An- forderungen und praktischen Kunstregeln entsprechen, die wir im folgenden schildern wollen. Als -Studien"-Skript wendet sich dieser Band vor allem an Studierende der Methodik der empirischen Sozialforschung bzw. an Teilnehmer entsprechender Übungen und Seminare. Des- halb geht es hier nicht darum, kochbuchartige Rezepte fUr alle in der Praxis der Sozialforschung denkbaren Problem- stellungen anzubieten. Vielmehr steht die Darstellung der wichtigsten Auswahlmodelle und -verfahren und ihre theore- tische Grundlegung im Vordergrund. Mit dieser Kenntnis der Hauptformen und Hauptformeln von Auswahlverfahren sollte der Leser in der Lage sein, zu be- stimmten konkreten Spielarten kritisch Stellung zu beziehen und den Einstieg in die umfangreiche Spezialliteratur zu wa- gen. Diese Literatur zeichnet sich zum großen Teil durch eine recht komplizierte statistische und mathematische Argumenta- tion aus, die gerade den sozialwissenschaftlich willigen, aber statistisch schwachen Leser in Verwirrung stürzt. Deshalb sollen die anfallenden Probleme und ihre Lösungsmög- lichkeiten vor allem "plausibel" gemacht und durch einfache Beispiele belegt werden.